Bischof Kohlgraf kündigt Einrichtung von Seelsorge und Ansprechpersonen für queere Menschen im Bistum Mainz an

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat die Einrichtung von Seelsorge-Angeboten und Ansprechpersonen für queere Menschen im Bistum Mainz angekündigt: „Das Thema ist bei mir ‚auf dem Schirm‘ und wir sind in guten Planungen und Gesprächen darüber“, sagte er in seinem Grußwort zum Auftakt des Dialogforums „Brennpunkt Leben. Den Menschen in seiner Vielfalt anerkennen – Sexuelle und geschlechtliche Identitäten in der Katholischen Kirche“ am 12.11. im „Haus am Dom“ in Mainz.

Das Fachgespräch wurde von der Bistumsakademie Erbacher Hof in Verbindung mit QueerNet Rheinland-Pfalz und dem Netzwerk katholischer Lesben (NkaL) veranstaltet. Nach Grußworten von Bischof Kohlgraf, QueerNet-Sprecher Joachim Schulte und Ruth Gleißner (NkaL) gab es Fachvorträge von Dr. Claudia Niedlich (Universität Koblenz/Landau), Prof. Dr. Jochen Sautermeister (Bonn) und Prof. Dr. Stephan Goertz (Mainz). Breiten Raum nahmen Erfahrungsberichte ein: vom Netzwerk katholischer Lesben, aber auch aus der Jugendarbeit der Deutschen Katholischen Jugend und der Beratungsarbeit des Caritasverbands Mainz und des Schulpsycholgischen Dienstes. Diese und die Fachvorträge führten zu einer regen Aussprache der rund 60 Tagungs-Teilnehmenden.

QueerNet-Sprecher Joachim Schulte dankte am Ende der Tagung für die „sehr offene Atmosphäre, die ein echtes Gespräch ermöglicht hat“. Vor fünf Jahren habe es diese Selbstverständlichkeit im Umgang noch nicht gegeben, betonte Schulte. „Wenn wir auf diesem Weg weitergehen, sehe ich eine positive Entwicklung in der Kirche. Und das macht mir Hoffnung, dass es sich lohnt, sich auch weiterhin kontinuierlich für Verbesserungen einzusetzen.“

Brigitte Oberle (NkaL) formulierte Anliegen zur Weiterarbeit im Bistum Mainz. Sie hoffe, dass das Fachgespräch der Beginn eines Prozesses im Bistum werde und „das Versteckspiel künftig nicht mehr nötig sein wird“. Sie habe die Hoffnung, dass immer mehr homosexuelle und queere Menschen im Bistum Mainz „als bunte und lebendige Steine im Gebäude der Kirche von Mainz sichtbar werden“, sagte Oberle.

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